Gemeindebücherei Neustadt

Gemeindebücherei Neustadt (Wied)

 

 

Buchtipp des Monats






Buchtipp des Monats September 2026

Bukkehave, Tobias: Der Prätorianer

Der erste Fall für Sara Levin und ihren Partner Janus West. Schnee und eisige Kälte haben sich über die Stadt gelegt, als Kriminalkommissarin Sara Levin und ihr Partner Janus West zu einem schaurigen Tatort gerufen werden. Ein junger Mann wurde ermordet aufgefunden und seine Leiche auf besondere Weise inszeniert: Im Schein hunderter Kerzen sind die Augen des Opfers mit antiken Goldmünzen bedeckt und lateinische Inschriften in seine Haut geritzt, während eine feine Schicht Eiskristalle den Körper bedeckt. Diese bizarre Entdeckung entpuppt sich als der erste einer Reihe brutaler Ritualmorde...  Spannender Bestseller aus Dänemark.

Buchtipp des Monats August 2026

Felleman, Jessica: Last kiss of summer

Die letzten zwei Jahre war die 17-jährige Sera zu krank, um den Sommer mit ihrer Familie in Cape Cod zu verbringen. Doch nachdem es ihr nun besser geht, will sie sich neu verlieben und einen tollen Sommer erleben. Und ihren Nachbarn Luke vergessen, mit dem sie vor zwei Jahren fast eine Romanze hatte. Ganz so leicht wird es aber nicht, da ihr Herz immer noch hüpft, wenn sie ihn sieht. Und ihr Herz ist ihre Schwachstelle: Als Kind hatte sie eine Herz-OP und lebt mit einem Spenderherz, welches nun Probleme macht. Aufregung sollte sie vermeiden, Anstrengung auch. Das ist leichter gesagt als getan, denn zwischen Luke und ihr funkt es gewaltig, aller Ablenkungen zum Trotz. Nachdem sie zueinander gefunden haben, scheint der Sommer gerettet zu sein. Doch Seras Herz macht allen einen Strich durch die Rechnung und fordert am Ende einen hohen Preis. Der Debutroman berührt, schon für jugendliche Leserinnen ab 14 Jahren.


Buchtipp des Monats Juli 2026

Hellberg, Asa: Das Schweigen der Insel

Während eines Workshops auf den abgelegenen schwedischen Kosterinseln finden vier norwegische Immobilienmakler einen Toten. Kommissarin Vega Varg identifiziert ihn als einen Kindheitsfreund ihrer beiden erwachsenen Söhne, die beide ebenfalls Polizisten sind und sich an den Ermittlungen beteiligen. Als eine der Maklerinnen, Ehefrau eines norwegischen Spitzenpolitikers, verschwindet und ein zweiter Mord geschieht, wird der Kreis der Verdächtigen immer größer. Vega Varg erkennt, dass eine Spur in ihre eigene Familie führt, gleichzeitig muss sie sich noch einmal mit dem lange zurückliegenden und nie geklärten Mord an ihrem Mann Peter auseinandersetzen. Handelt es sich um den selben Täter? Hellbergs neue Krimiserie um Vega Varg bietet spannende, tiefgründige Unterhaltung mit gut gezeichneten Figuren.


Buchtipp des Monats Juni 2026

Tietjen, Bettina: Tietjen sucht das Weite

Ein Auto mit Charakter, ein Ingenieur am Steuer und jede Menge Abenteuer zwischen gefräßigen Wildschweinen, zutraulichen Opossums und ballonseidenen Nachbarn: Bettina Tietjen ist wieder unterwegs – und nimmt uns mit auf ihre schönsten und lustigsten Campingreisen!
Bettina Tietjen berichtet von ihren Campingreisen durch Australien, die Bretagne und deutsche Wälder. Sie schildert Begegnungen, Erlebnisse und einfache Kochideen unterwegs sowie Einblicke in Reisen mit Prominenten und besondere Naturerfahrungen.

Buchtipp des Monats Mai 2026

Oetker, Alexander: Das Lavendelkloster

Julien, erfolgreicher Unternehmer in einer Lebens- und Beziehungskrise, bucht eine Gruppen-Schweigewoche in einem provenzalischen Kloster. Auch Emma sucht hier Abstand von ihrem Stalker. Ganz ohne Worte verlieben sie sich ineinander und erleben glückliche und sinnliche Tage in traumhafter Umgebung. Nach Ende der Woche müssen sie sich entscheiden, ob und wie sie sich wiedersehen wollen, um an das Erlebte anzuknüpfen. Der v.a. für verschiedene Krimireihen bekannte Journalist und Autor unternimmt immer mal wieder Ausflüge in andere Genres. Sein Liebesroman spielt wie die meisten von Oetkers Krimis in der Provence, die auch hier als sommerlich-pittoresker Schauplatz dient, samt blühendem Lavendel und köstlichem Essen. Sehr unterhaltsame Urlaubslektüre für den Provence-Urlaub.

Buchtipp des Monats April 2026

Fölck, Romy: Fünf Fremde
Die kleine Insel Neuwerk war vor Jahren in den Schlagzeilen, als der 13-jährige Janosch bei einem Aufenthalt im dortigen Schullandheim für immer spurlos verschwand. 30 Jahre später macht sich die Journalistin Silje Bianchi, die damals mit ihren Eltern auf Neuwerk im Urlaub war, auf Spurensuche. Doch schon ihre Anreise auf der Fähre steht unter keinem guten Stern: Sie wird von Bord gestoßen und entkommt nur knapp dem Tod.
An dem stürmischen Oktobertag erreichen fünf Passagiere die Insel. Während sie wegen eines Orkans auf der Insel festsitzen, brechen längst vergessene Geheimnisse wieder auf ...
Spannend geschriebener Thriller im stimmungsvollen Setting. Beim Einstieg direkt auf Platz 5 der Spiegel-Bestsellerliste.

Buchtipp des Monats März 2026

Elsberg, Marc: Eden : das Sterben beginnt

Der IT-Experte Piero Manzano hat das KI-Programm „Vysyon“ entwickelt, das drohende Krisen mit hoher Treffsicherheit vorhersagen kann: Den Rückgang des als Fischfutter essenziellen Planktons. Das Wegbrechen der Sojaernte und die Bodendegradation in Europa und Nordamerika. Diese und weitere Öko-Katastrophen lösen Kettenreaktionen mit globalen wirtschaftlichen und politischen Folgen aus. Während Piero und seine Freunde, die Meeresbiologin Sarah und Influencer Linus, alles versuchen, um die drohenden Zerstörungen öffentlich zu machen, verfolgen mächtige Gegner ihre eigenen Ziele. Bestseller-Autor M. Elsberg veröffentlicht nach „Celsius“  erneut einen Ökothriller. Ein spannendes, emotional mitreißendes Thema, in kurzen Kapiteln mit raschem Szenenwechsel packend erzählt. 


Buchtipp des Monats Februar 2026
Baldacci, David: Der Feind in meiner Nähe

Ex-Army-Ranger Travis Devine soll im Auftrag der Homeland-Security die 12-jährige Betsy Odom nach dem Tod ihrer Eltern zu ihrem Onkel Danny Glass nach Seattle bringen. Was wie eine Routine-Schutzmission beginnt, kippt rasch: Glass steht im Visier des FBI, der angebliche Drogentod der Eltern wirft Fragen auf und Devine entdeckt Hinweise auf manipulierte Beweise. Während er Betsy schützt und der Wahrheit näherkommt, gerät er in ein Netz aus organisierter Kriminalität und politischer Verschwörung. Zusätzliche Gefahr droht durch eine Auftragskillerin, die Devine seit langem verfolgt. Ein Showdown folgt, aber anders als erwartet... Der Roman überzeugt mit Spannung, Action und hohem Unterhaltungswert.


Buchtipp des Monats Januar 2026

Horowitz, Anthony: Tod zur Teestunde

Dass sich Krimis nicht nur auf dem Papier zu einer gefährlichen Angelegenheit auswachsen können, das musste die Lektorin Susan Ryeland schon zweimal schmerzlich erfahren. Diesmal wird sie von ihrem Verleger mit einem besonderen Auftrag betreut. Sie soll eine Fortsetzung der Atticus Pünd-Krimis lektorieren, die ein anderer Autor verfasst hat. Doch wieder zeigt sich, dass der fiktive Krimi auch in der echten Welt tödliche Gefahren bedeutet. Auch wenn das Buch auf die beiden vorausgegangen Bücher rekurriert, streut Horowitz genug Informationen ein, dass man "Tod zur Teestunde" auch ohne die Kenntnisse dieser Titel folgen kann. Der klassische Whodunnit, der im Mittelpunkt des Krimimanuskripts steckt und der sich mit der Familiengeschichte des Verfassers verbindet, verströmt neben der klassisch-britischen Krimischule auch "Knives-Out"-Vibes. Fazit: klar empfehlenswert.

Buchtipp des Monats Dezember 2025

Safier, David:  Mord unterm Weihnachtsbaum

"'Da ist ein toter Weihnachtsmann in unserem Kamin' gehört zu den Sätzen, die man zum Heiligen Fest eher nicht hören will. Es sei denn, man ist Angela Merkel und freut sich über ungeklärte Todesfälle in der uckermärkischen Heimatstadt. Nach einem missglückten Urlaub mit den Obamas findet das Ehepaar Merkel bei ihrer Rückkehr an Heiligabend den besagten toten Weihnachtsmann in ihrem Fachwerkhäuschen vor. Bei dem Mann handelt es sich um einen professionell buchbaren Santa. Verdächtig sind vier konkurrierende Weihnachtsmänner und -frauen, die die Bewohner des beschaulichen Ortes ebenfalls mit Geschenken beglücken. Und einer von ihnen hält sich sogar für den echten Weihnachtsmann". Miss Merkels 5. Fall, empfohlen nicht nur zur Weihnachtszeit. 


Buchtipp des Monats November 2025

Pflüger, Andreas: Kälter

1989, während der Kalte Krieg zu seinem Ende findet, bekommt die Inselpolizistin Luzy Morgenroth auf Amrum Besuch von einem Trupp KGB-Killer. Das Auftauchen der Truppe konfrontiert Morgenroth mit ihrer eigenen Vergangenheit als Personenschützerin. Damals begegnete sie bei einer Mission in Tel Aviv einem Mann, den sie eigentlich tot glaubte. Doch die Killer auf Amrum haben ein Aktenblatt bei sich, das den Verdacht nährt, dass Morgenroths Nemesis alles andere als tot ist, sondern sich als Terrorist verdingt. Sie beschließt, den Mann zur Strecke zu bringen.  "Kälter" spielt  in der Welt der Geheimdienste und besticht mit profundem Wissen über deren Tun, Action und viele Schauplätze von Amrum bis Wien. Ausgreifend bis zurück in die Zeit des RAF-Terrorismus spannt dieses Buch einen interessanten zeitgeschichtlichen Bogen.  "Kälter" empfiehlt sich als ganz heißer Thrillertipp.


Buchtipp des Monats Oktober 2025

Child, Lee: Der Puma

Am Busbahnhof von Gerrardsville, Colorado, beobachtet der ehemalige Militärpolizist Jack Reacher, wie eine Frau vor einen fahrenden Bus gestoßen wird. Es gelingt ihm nicht, den Täter dingfest zu machen. Doch er gerät so ins Visier skrupelloser Verbrecher, die jeden Zeugen eliminieren wollen. Nichts darf ihre Operation gefährden. Allerdings haben sie nicht mit einem Mann wie Reacher gerechnet. Als der bedroht wird, geht er sofort zum Gegenangriff über. Er nimmt die Spur auf und wird nicht stoppen, bevor er die Verantwortlichen zur Strecke gebracht hat. Der 27. Jack-Reacher-Roman, von Lee Child gemeinsam mit seinem Bruder Andrew Child verfasst. 

Buchtipp des Monats September 2025

Coben, Harlan: In tiefster Nacht

Vor zwanzig Jahren wurde Samis Freundin Anna in Malaga ermordet. Nun, über zwanzig Jahre später, schlägt er sich als gescheiterter Ex-Cop durch und unterrichtet an der Abendschule, wo er Anna wiederzuerkennen glaubt. Wie elektrisiert folgt er ihren Spuren und stolpert dadurch in ein dunkles Komplott. Man kennt als Thrillerleser vieler der Motive, die Harlan Coben in seinem neuen Roman aufbietet und doch macht die Lektüre von "In tiefster Nacht" Spaß, da Harlan Coben zu schreiben weiß und trotz der Klischee-Versatzstücke einen spannenden und soliden Thriller abliefert, dem man dank seinem Gespür für Timing und Plot doch gerne folgt. 


Buchtipp des Monats August 2025

Gerstberger, Beatrix: Die Hummerfrauen

Geschichte dreier Frauen in Maine mit Verlusterfahrungen. Mina, die jüngste mit ihrer Familiengeschichte. Sie hat ihren Bruder Christopher durch einen Unfall verloren, ihn, der von der kalten Mutter bevorzugt wurde. Die barsche Julie, Mitte 50, hatte vor Jahren einen Unfall, der sie aus ihrem bisherigen Leben katapultierte. Wie Ann, 72, ehemalige Geschichtsdozentin, die, von ihrer Frau verlassen wurde, suchte sie einen alternativen Lebensentwurf. Julie und Ann wurden Freundinnen und Hummerfischerinnen, lehren auch Mina, als diese zu ihnen gelangt, die Arbeit des Hummerfangs. Romandebüt einer deutschen Journalistin, die atmosphärisch dicht Land und Leute charakterisiert und durch präzise Sachkenntnis von Fischerleben und Hummerfang beeindruckt. Sommerroman, der als Plädoyer für selbstbestimmtes, weibliches Leben gelesen werden kann.


Buchtipp des Monats Juli 2025

Moore, Liz: Der Gott des Waldes

Die reiche Bankiersfamilie Van Laar unterhält seit vielen Jahrzehnten ein Sommercamp für Jugendliche in einem Naturreservat in den Adirondack Mountains. Als im Sommer 1975 Barbara, die Tochter der Van Laars, ein rebellischer Teenager, spurlos aus dem Camp verschwindet, ist die Aufregung groß, umso mehr, als ihr Untertauchen schmerzliche Erinnerungen wachruft. Denn 14 Jahre zuvor ist ihr Bruder Bear ebenfalls in den Wäldern verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Während nun erneut eine fieberhafte Suche beginnt, vertraut die junge Ermittlerin Judyta mehr auf ihr Bauchgefühl als auf vermeintliche Fakten. Sie beginnt, tief in der Vergangenheit zu graben und kratzt an der Fassade der hoch angesehenen, aber immer auf ihren Vorteil bedachten Familie. Moore nähert sich dem Kern ihrer Geschichte langsam, auf zwei Zeitebenen und aus den unterschiedlichsten Perspektiven und enthüllt so, Schicht um Schicht, tragische, lange verschleierte Wahrheiten. Spannung auf hohem literarischem Niveau, unbedingt empfohlen!

Buchtipp des Monats Juni 2025

Hawser, Luisa: Broken Royals

Von glamourösen Partys und Luxus kann Billie nur träumen: Um ihre demenzkranke Mutter und ihre Schwester in Monaco über Wasser zu halten, jongliert die Medizinstudentin drei Jobs. Doch ihr Leben ändert sich schlagartig, als sie von einem geheimnisvollen Mann geküsst wird. Plötzlich findet Billie sich inmitten eines royalen Skandals wieder - denn der Fremde ist niemand geringeres als Prinz Charles von Monaco. Dessen Familie hat die Eskapaden ihres Sprösslings satt und macht Billie ein Angebot: Sie soll sich als die Freundin des Prinzen ausgeben, um dessen Ruf wiederherzustellen. Als Billie sich auf das Angebot einlässt, ahnt sie nicht, dass am Ende nicht nur eine fürstliche Summe Geld, sondern auch ihr Herz auf dem Spiel stehen wird. Glamour, Geld und Gefühle: Sommerliche Royal Romance vor der luxuriösen Kulisse Monacos für New Adult - Fans.


Buchtipp des Monats Mai 2025

Thiesler, Sabine: Leb wohl, Schwester

Die Bestsellerautorin lässt Commissario Neri noch einmal ermitteln. Da er in den Ruhestand gehen will, wird er von der jungen, tatkräftigen Romina Roselli unterstützt, die seinen Posten übernehmen soll. Im toskanischen Ambra wird ein Paar in einem Zelt an einem abgelegenen Ort erschossen und der Frau ein Stock in die Vagina geschoben. Anschließend geschehen weitere Morde, die Neri in ein verschwiegenes Kloster in den toskanischen Bergen führen. Commissario Neri vermutet einen Serientäter - ein neues "Monster von Florenz"? - Spannend.


Buchtipp des Monats April 2025

Würger, Takis: Für Polina

Hannes Prager, ein musikalisches Wunderkind, komponiert mit 15 seine 1. Sonate für Polina, die Freundin von Geburt an, in die er sich verliebt hat. Aber Polina wählt einen anderen. Als die Mutter stirbt, er zum musikunverständigen Vater ziehen muss, hört er auf, Klavier zu spielen, verdingt sich nach Schulabschluss als Klavierträger. Polina und Hannes verlieren sich, Polina studiert historische Teppiche, arbeitet in Istanbul. Als Hannes doch einmal seine Komposition spielt, das Video davon viral geht, wird er mit Dankesbriefen überschüttet. Er beginnt wieder Klavier zu spielen, gibt bald Konzerte. Aber er hat Polina nicht vergessen, sucht sie, findet sie nicht, aber Polina, der es mit der Liebe ähnlich wie ihm ergangen ist, findet ihn. Der Autor hat mit diesem Liebesroman eine Art Märchen konzipiert, gut lesbar und sprachlich teils sehr schön .

Buchtipp des Monats März 2025

Jónasson, Jón Atli: Schmerz

Vor Jahren wurde Dora bei einem Einsatz schwer am Kopf verletzt. Seitdem ist sie gesundheitlich eingeschränkt und arbeitet nur noch im Innendienst der Polizei. Als alle anderen Kollegen wegen einer Großrazzia im Einsatz sind, muss Dora sich um eine eingehende Vermisstenanzeige kümmern: bei einem Schulauslug ist ein Teenager spurlos verschwunden. Als Partner bekommt sie Rado zugeteilt, der durch die kriminellen Machenschaften der Familie seiner Frau ebenfalls keinen leichten Stand bei der Behörde hat. Jónasson hat sich bereits einen Namen als Bühnen- und Drehbuchautor gemacht, mit der Reihe um Dora und Rado feiert er in Island große Erfolge. Ein zweiter Band ist im Original 2024 erschienen und hierzulande für Februar 2026 angekündigt. Zwei tolle Protagonisten und eine hervorragend aufgebaute Story zeichnen dieses Krimi-Debüt in der Tradition des Nordic Noir aus.

Buchtipp des Monats Februar 2025

Moyes, Jojo: Zwischen Ende und Anfang

Vor zweieinhalb Jahren haben Dan und die Autorin Lila ein Haus für ihre Familie mit zwei Töchtern gekauft. Doch plötzlich muss Lila damit zurechtkommen, dass Dan mit einer anderen Mutter aus der Schule ihrer Kinder ein Baby erwartet. Zudem ist ihr Stiefvater Bill nach dem tödlichen Unfall ihrer Mutter bei ihr eingezogen, was ihr leiblicher Vater Gene, der nach 16 Jahren plötzlich auftaucht, ebenfalls vorhat. Als Lila und der Gärtner Jensen sich näherkommen und sie sich in den smarten Gabriel verknallt, scheint das Chaos perfekt. Das auf über 500 Seiten ausgebreitete "ganz normale" Familiengeschehen hält beim Lesen in Atem, bringt zum Schmunzeln und ermuntert bei ähnlichen Erfahrungen. Der Band weckt Sympathien für die überaus menschliche Lila und ihre Art, die zahlreichen Aufgaben zu bewältigen.

Buchtipp des Monats Januar 2025

Yarros, Rebecca: Alles, was ich geben kann

Ella ist 25, und erzieht ihre sechsjährigen Zwillinge Maisie und Colt allein. Durch den frühen Tod ihrer Eltern und Großmutter, hat sie außer ihren Kindern nur noch ihren Bruder Ryan, der Soldat in einer Spezialeinheit ist.
Inmitten Colorados Bergen leitet sie mit Freunden ihrer Großmutter ein Ferienressort und Hotel. Mit ihrem Bruder Ryan hält sie Kontakt durch Briefe. Eines Tages schlägt er ihr vor, seinem besten Freund "Chaos" ebenfalls zu schreiben, der keine Familie hat. Ella willigt ein und es entwickelt sich eine wunderbare Brieffreundschaft, bei der beide ihre Ängste und Träume teilen. Bald fühlen sie eine tiefe Verbundenheit zueinander und wollen sich kennenlernen. Doch dann bekommt Ella die Nachricht von Ryans Tod und auch von "Chaos" hört sie nie wieder. Einige Monate später steht der Soldat Beckett und sein Hund Havoc vor Ellas Tür. Er soll auf Wunsch von Ryan sich um dessen Schwester kümmern und ihr beistehen... Empfehlung: Taschentücher bereithalten und sich auf eine tief bewegende Geschichte einstellen!

Buchtipp des Monats Dezember 2024

Wolf, Klaus-Peter: Der Weihnachtsmannkiller 2

Tobias Henner wurde für seine Morde an siebzehn Weihnachtsmännern in Teil 1 verurteilt und inhaftiert. Doch seinen Plan, die vierundzwanzig voll zu machen, hat er nicht aufgegeben und Glück, seinem Ziel nun näher zu kommen. Denn bei einem Freigang - ausgerechnet ein Besuch auf einem Weihnachtsmarkt - gelingt ihm die Flucht und er konnte seinen Bewachern entwischen. Nun ist er also zurück in Ostfriesland und geht weiter über Leichen. Allerdings gibt es einige Kollateralschäden, denn es läuft mit den Weihnachtsmännern, die er als Opfer ausgewählt hat, nicht ganz so reibungslos und der ein oder andere musste auf dem Weg zu seinem Ziel aus dem Weg geräumt werden. Und dann steht als letztes Opfer noch immer Ann Kathrin Klassen auf der Liste seines ganz eigenen Adventskalenders. Gut, dass Rupert und Wenner in ihrer eigenen Art den Mörder fangen wollen. Ein weiterer Nebenkrimi zu Wolfs Kommissarin Ann Kathrin Klassen und Rupert. Teils humorvoll, aber immer ein bisschen überzogen, sorgt der Krimi für ein unterhaltsames Lesevergnügen.


Buchtipp des Monats November 2024

Strobel, Arno: Stalker

Eric Sander ist der neue Star im Münchner "Tatort". Doch plötzlich gibt sich in den sozialen Medien jemand anders für ihn aus und treibt den Schauspieler immer weiter in die Enge. Eric soll einen Mord gestehen, den er angeblich mit 11 Jahren begangen hat. Tatsächlich gab es da einen Vorfall, in den Eric, sein Freund Philipp und dessen Bruder verwickelt waren - der Öffentlichkeit gänzlich unbekannt. Die Lage spitzt sich zu, als Erics Frau und Sohn entführt werden. Es gilt, die Familie von damals wiederzufinden, in der die Tat geschah. Doch die lebt heutzutage unter einem anderen Namen - genau wie der als Eric Sander bekannte Schauspieler ... - Erneut Spannung auf hohem Niveau. Der Schluss allerdings ist ein Hammer und dieser Psychothriller allein schon deswegen lesenswert.


Buchtipp des Monats Oktober 2024

Wolff, Iris: Lichtungen

Der neueste Roman von Iris Wolff beginnt in Zürich, spielt allerdings fast ausschließlich im Banat (Region in Südosteuropa). Der Roman wird rückwärts erzählt. Die Protagonisten, das sind Kato und Lev. Die Geschichte ihrer Verbindung zueinander, die sich ebenfalls mal ganz nah und mal weit entfernt zuträgt und doch nie wirklich löst. Anfangs vermutet man eine mögliche Liebesgeschichte zwischen Lev und Kato, nach etwa der Hälfte des Buches wird klar, dass und wieso das unmöglich ist. Sprachgewaltig und doch irgendwie leise lässt dieser Roman einen schwer los.


Buchtipp des Monats September 2024

Pellini, Petra: Der Bademeister ohne Himmel

Linda malt sich mit ihren 15 Jahren ungeschönt ihr Lebensende aus: den Moment, nachdem sie in ein Auto gelaufen ist. Dass derlei Gedanken nicht Realität werden, liegt an der Freundschaft zu Kevin, dem Jungen von nebenan, wie sie einsam und empfindsam, und Hubert, einem dementen ehemaligen Bregenzer Bademeister, dem Linda für Geld regelmäßig Gesellschaft leistet. Huberts zunehmender Verfall offenbart mitunter skurrile, heitere wie tieftraurige Momente. Lindas Angst vor seinem Tod beherrschen mehr und mehr ihr Denken und Fühlen. Am Ende wird sie ihre beiden Freunde verlieren und dabei aber ganz unverhofft auch sich selbst gewinnen. - Behutsam lässt Pellini uns in ihrem Romandebüt an einem Prozess des Wachsens teilhaben. Sie beschwört dabei die Macht der Liebe und Selbstüberwindung. Es ist ein Blick weit in das Innenleben hinreißend gezeichneter Figuren samt ihren liebenswürdigen und schrägen Eigenheiten. Pellini erzählt mit Zartgefühl und Scharfsinn. Ein wunderbarer und lebensgescheiter Roman ist entstanden, eindringlich, leise und doch ausdrucksstark.

Buchtipp des Monats August 2024

Mandanna, Sangu: Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen

Miss Moon, eine Hexe Anfang 30, Single, erklärt sich bereit, drei minderjährige Hexen zu unterrichten.  Ihr wurde beigebracht, dass niemals mehrere Hexen zusammenkommen sollten, weil das nicht beherrschbare Magie auslöst. Mika will sich aber, wie so oft, nicht an die Regeln ihre Mentorin Primrose halten. Im "Nowhere House" findet sie eine Gesellschaft skurriler Erwachsener, die sich um die drei jungen, sehr verschiedenen Hexen kümmern. Eine besondere Herausforderung ist der mürrische Bibliothekar Jamie, der sie anfänglich ablehnt. Trotzdem fühlt sich Mika bei der ungewöhnlichen Familie ausgesprochen wohl. Hat sie vielleicht hier eine Heimat und eine Familie gefunden, die ihr Anderssein akzeptieren? - Von der englischsprachigen Kritik gelobt, hat die Autorin einen kurzweiligen, auch romantischen Schmöker verfasst. Viele Leser*innen werden sich von der magischen Welt verzaubern lassen.


Buchtipp des Monats Juli 2024

Allende, Isabel: Der Wind kennt meinen Namen
Dieser Roman wird nicht durch den magischen Realismus geprägt wie viele andere von Allendes Büchern, leider sind die Begebenheiten vollkommen real. Da ist der 6-jährige Samuel, der 1938 nach dem Anschluss Österreichs an Nazideutschland von seiner Mutter mit einem Kindertransport von Wien nach England geschickt wird und seine Familie nie wiedersieht. 1982 muss die 7-jährige Leticia von ihrem Vater aus dem kleinen Dörfchen El Mozote ins Krankenhaus in die ferne Hauptstadt gebracht werden. Nur deshalb überleben die beiden das Massaker, das Soldaten der regulären Armee El Salvadors während des Bürgerkriegs an Zivilisten unter dem Vorwand der Guerilla-Bekämpfung verübten. Die beiden fliehen in die USA. 2019 muss die 7-jährige Anita mit ihrer Mutter aus El Salvador fliehen, weil ein gewalttätiger, krimineller, abgewiesener Verehrer beide bedroht und die Mutter fast umbringt. Auch er muss sich nicht vor rechtlichen Konsequenzen fürchten. Als illegale Einwanderer in die USA werden Mutter und Tochter voneinander getrennt. Hier kommen Selena Durán und das Magnolia-Projekt ins Spiel...


Buchtipp des Monats Juni 2024

Hellford, Anna: Frühlingsgeheimnisse (Season sisters)
Auftakt einer Tetralogie über vier Schwestern, die in Wales auf einer Farm, die einer Hippiekommune gleicht, aufgewachsen sind. Im vorliegenden Band steht Spring im Mittelpunkt, die als 16-Jährige nach London flüchtete, auf die schiefe Bahn geriet und nun Sozialstunden ableisten muss. Dies bedeutet, dass sie Sophia, einer alten Dame, im Haushalt zu Hand gehen muss. Mit der Zeit wächst zwischen den beiden unterschiedlichen Frauen eine Freundschaft. Spring will der einsamen Sophia helfen und zusammen begeben sie sich auf eine Reise, die sie mit Geschehnissen des 19. Jahrhunderts konfrontiert, aber auch Intrigen, denen Sophia zum Opfer fiel. Die Verbindung Gegenwart und Vergangenheit wird gekonnt und spannend geschaffen bis zur furiosen Auflösung. Die restlichen Bände der Reihe erscheinen noch in diesem Jahr.



Buchtipp des Monats Mai 2024

Grisham, John: Die Entführung

Die Fortsetzung des erfolgreich verfilmten Bestsellers "Die Firma" (1991) von J. Grisham mit Anwalt Mitch McDeere spielt 15 Jahre später. Mitch lebt mit Frau Abby und ihren Kindern in Manhattan und ist Seniorpartner der größten Kanzlei der Welt. Seine Vergangenheit, in der er die alte Kanzlei - ein Mafiaunternehmen - dem FBI auslieferte, liegt hinter ihm. Jetzt, um 2005, übernimmt er den Fall seines todkranken Mentors, bei dem eine türkische Baufirma gegen den libyschen Führer Al-Gaddafi klagt. Mitch reist nach Tripolis, begleitet von der Tochter des Kollegen, der Anwältin Giovanna. Die junge Frau wird samt Personenschützern von Warlords entführt, ihre Begleiter brutal hingerichtet. Mitch und Abby werden von den Entführern als Kontakt ausgewählt, um das abstrus hohe Lösegeld zu beschaffen. Ein  unterhaltsamer Justizthriller mit politischen Verstrickungen, routiniert geschrieben, auch unabhängig vom Vorgänger zu lesen.


Buchtipp des Monats April 2024

Dahl, Arne: Stummer Schrei

Der Bestseller-Autor beginnt eine neue Reihe um das Team NOVA mit der Kommissarin Eva Nyman. Evas alter Chef Lukas Frisell hatte 15 Jahre zuvor nach einer tödlich verlaufenen Entführung den Dienst quittiert, hielt erst als äußerst beliebter Dozent Seminare über das Leben in der Natur und verwandte Themen, zog sich danach ganz in den Wald zurück. Eva bekommt pathetisch formulierte anonyme Briefe, in denen vor dem bedrohlichen Klimawandel gewarnt und Attentate auf besonders klimaschädlich agierende Personen und Firmen angekündigt (und durchgeführt) werden. Evas Team arbeitet unter Hochdruck, um dies - zunächst vergeblich - zu verhindern. Die Diktion der Briefe erinnert Eva sehr an ihren alten Chef, auf den sich die Ermittlungen konzentrieren. Obwohl er festgesetzt und dann (angeblich) lückenlos observiert wird, hilft ihm sein alter Kumpel Alonso zu entwischen: Lukas ist jetzt selbst auf der Spur des Täters. Was zunächst als "CliFi" (Klima-Fiktion) daherkommt, entpuppt sich am Ende als persönliche Rache. Spannender Pageturner.

Buchtipp des Monats März 2024

McCulloch, Amy: Der Eisbrecher

Die Antarktis ist das spektakulärste Reiseziel, das sich Olivia vorstellen kann. Aufgeregt bezieht sie ihre Kabine auf dem zu einem Luxusschiff umgebauten Eisbrecher. Die ersten riesigen Eisberge mit ihren schroffen Kanten versetzen sie in Staunen - bis ihr die Vorkommnisse an Bord den Atem rauben: Zwei Passagiere sterben! War es Mord? In der Antarktis gibt es keine Polizei, keine Telefone und keine Rettung. Unter der endlosen Mitternachtssonne kann Olivia niemandem vertrauen, denn irgendjemand an Bord will verhindern, dass sie lebend in die Zivilisation zurückkehrt ... Mitreißender, temporeicher Thriller.


Buchtipp des Monats Februar 2024

Walsh, Rosie: Ein ganzes Leben lang

Emma und Leo sind ein glückliches Ehepaar, leben in London und haben eine kleine Tochter. Leo schreibt als Journalist Nachrufe. Nach der Krebserkrankung seiner Frau, einer Meeresbiologin, will er vorsorglich auch ihren Nachruf verfassen. Schließlich kennt er sie am besten. Als er alte Unterlagen findet, muss er daran zweifeln. Je mehr er in Emmas Vergangenheit gräbt, die eng mit einer anderen Familie verknüpft ist, umso undurchsichtiger wird das Lügengebilde. Leos Vertrauen wird auf eine harte Probe gestellt. Es gibt viele Wendungen, bevor auch für Emma Unerhörtes enthüllt wird. - Die Autorin erzählt abwechselnd aus Emmas und Leos Perspektive. Im Mittelpunkt des fesselnden Unterhaltungsromans steht Emmas Lebensweg mit traumatischen Folgen.


Buchtipp des Monats Januar 2024

 

Coben, Harlan: Nur für dein Leben

David sitzt seit fünf Jahren hinter Gittern - für den Mord an seinem 3-jährigen Sohn, den er nicht begangen hat. An die Tatumstände kann er sich nicht erinnern und hat sich seinem Schicksal phlegmatisch ergeben. Doch dann zeigt ihm seine Schwägerin ein Foto mit einem Jungen, der der nunmehr 8-jährige Matthew sein könnte. David wagt einen Gefängnisausbruch und will, von den Behörden gejagt, die Wahrheit über die damaligen Ereignisse herausfinden. Seine Suche führt ihn zum Anwesen einer reichen Oberschichtfamilie, die ein Geheimnis hütet ...  Es  gelingt dem US-amerikanischen Bestsellerautoren  einmal mehr ein spannender und gut erzählter Thriller, der mitreißend Davids Suche nach der Wahrheit gegen alle Widerstände schildert.

Buchtipp des Monats Dezember 2023

Wolf, Klaus-Peter: Der Weihnachtsmannkiller

 

Seit Jahren zieht ein Weihnachtsmannmörder eine blutige Spur durch Ostfriesland. Bisher starben zwölf Männer in roten Kostümen, Fahndungserfolg gleich null. Also erklären sich Frank Weller und Rupert bereit, sich zu kostümieren und den Serienkiller zu überführen ...

Weihnachten einmal ganz anders – Der erste Weihnachtskrimi von Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf



Buchtipp des Monats November 2023

Follett, Ken: Die Waffen des Lichts

Im englischen Ort Kingsbridge überrollen die geschichtlichen Ereignisse eine Gruppe von Menschen. Von 1792 an bis zur Schlacht von Waterloo 1815 erfüllt sich das Schicksal von Sal, Amos, Kit und vielen anderen. Die Arbeiterin Sal hilft dabei eine Gewerkschaft der Textilarbeiter zu gründen und wird bestraft, weil das "Koalitionsgesetzt" jede Absprache zwischen mehreren Personen verbietet. Sie und ihr Sohn Kit kämpfen für ihr Mitspracherecht und die Meinungsfreiheit. Der Tuchfabrikant Amos, der seine Arbeiter schützen will, geht trotzdem mit der Zeit und kauft neue Maschinen, die die Tuchproduktion beschleunigen und Arbeiter überflüssig machen. Die Bischofstochter Elsie versucht mit ihrer Sonntagsschule, die größte Armut und Unwissenheit zu bekämpfen. - In seinem 5. Kingsbridge-Roman  breitet der bekannte Autor wieder ein mitreißendes Panorama des Lebens aus. Die Auswirkung der Frühindustrialisierung und des Weltgeschehens und nicht zuletzt die Lebens- und Liebesgeschichten der Leute aus Kingsbridge sind gekonnt beschrieben.


Buchtipp des Monats Oktober 2023

Kehlmann, Daniel: Lichtspiel

Sechs Jahre nach seinem letzten großen Roman "Tyll" legt Daniel Kehlmann mit "Lichtspiel" einen ebenso anspruchsvollen wie unterhaltsamen biographischen Roman vor, der erneut in eine dunkle Zeit der deutschen Geschichte führt: in das nationalsozialistische Deutschland. Im Mittelpunkt des fast 500 Seiten starken Romans steht der heute weitgehend vergessene, in der Weimarer Republik aber berühmte Filmregisseur Georg Wilhelm Pabst (1885-1967), der nach 1933 in die USA emigrierte, in Hollywood allerdings erfolglos blieb. 1939 reiste er in seine österreichische Heimat zurück, um seine kranke Mutter zu besuchen. Nach Kriegsausbruch wurden die Grenzen geschlossen, und Pabst blieb mit seiner Familie in der "Ostmark" des Deutschen Reiches, wo er sich mit den Machthabern arrangierte und erneut Filme drehte. Der Verbürgtes und Fiktives vermischende Roman besticht durch seine virtuose Erzählkunst, durch atmosphärische Dichte und eindringliche Szenen.


Buchtipp des Monats September 2023
Frie, Ewald: Ein Hof und elf Geschwister

Der in Tübingen lehrende Neuhistoriker, verbindet in diesem Bestseller Geschichtsschreibung und Familienporträt. Sehr konkret und anschaulich zeichnet Frie die Geschichte des münsterländischen Bauernhofs nach, auf dem er mit seinen 10 Geschwistern aufgewachsen ist. Es ist ein ländlich-konservatives Familienbild, eingerahmt von unhinterfragtem Katholizismus und den Traditionen bäuerlichen Lebens, die aber mehr und mehr von technischen und organisatorischen Neuerungen aufgeweicht werden. Liebevoll beschreibt der Autor, wie unterschiedlich die Eltern mit dem Wandel umgehen, der allmählich auf dem Land einzieht, und macht diesen auch an den unterschiedlichen Lebensentwürfen der Geschwister fest, die er über ausgiebige Interviews erschlossen hat. Dazu liefert er auch die gesellschaftlichen Hintergründe. Eine exemplarische Erzählung vom Wandel des Bauernlebens in den letzten 75 Jahren .

Buchtipp des Monats August 2023

Read, Shelley: So weit der Fluss uns trägt 

Colorado, Ende der 1940er-Jahre: Die 17-jährige Victoria lebt nach dem Tod ihrer Mutter allein mit dem Vater und dem Bruder in einem kleinen Ort am Gunnison River. Ihr Vater bewirtschaftet die Pfirsich-Farm, die der Familie ein kleines Einkommen sichert, Victoria unterstützt, wo sie kann. Als sie unverhofft einem Fremden begegnet, verliebt sie sich in ihn. Die beiden schmieden Zukunftspläne. Doch der Hass des Dorfes auf den jungen Mann indigener Herkunft bringt beide in große Gefahr. Schließlich muss Victoria in die Wildnis fliehen und um das nackte Überleben kämpfen. - Die US-amerikanische Autorin legt mit diesem Debüt einen Roman über das karge und entbehrungsreiche Leben in den Elk Mountains in Colorado Mitte des letzten Jahrhunderts vor, in dem Minderheiten verfolgt und Andersdenkende aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Spannend und unterhaltsam wird der Überlebenswille Victorias erzählt, die trotz schmerzlicher Verluste dem Schicksal die Stirn bietet. Flüssig zu lesender Pageturner.

Buchtipp des Monats Juli 2023

Tack, Stella: Black Bird Academy - Töte die Dunkelheit

Die Black Bird Academy ist ein Ort, der seinesgleichen sucht. An dieser dunklen Schule werden Exorzisten ausgebildet, deren Aufgabe es ist, die Menschheit vor den Dämonen zu beschützen. Als Leaf Young in einem Kerker der Black Bird Academy erwacht, kann sie nicht glauben, was ein attraktiver Kerl namens Falco ihr erklärt: Ein Dämon hat von ihr Besitz ergriffen, kurz nachdem dieser ihr einen Dolch ins Herz gerammt hat! Falco ist fasziniert von Leaf. Denn noch nie konnte ein Mensch nach einem Dämonenangriff die Kontrolle über den eigenen Körper behalten, ohne dabei seinen Verstand zu verlieren. Und so macht die Academy ihr ein Angebot: Wenn sie sich zur Exorzistin ausbilden lässt, bekommt sie ihre Freiheit zurück. Falco soll sie trainieren, doch was er nicht ahnt: Leaf hört in ihrem Kopf eine verführerische Stimme. Und diese ist nicht menschlich …   Spannend, düsterer Auftakt der Dark-Academia-Romantasy-Trilogie von Stella Tack.


Buchtipp des Monats Juni 2023

Crilly, Jane: Der Gärtner von  Wimbledon

Hinter der ansprechenden Umschlagillustration im Retro-Stil verbirgt sich eine Liebesgeschichte, die in eine Rahmenhandlung der Gegenwart eingebettet ist: Cara Gibson - angehende Autorin - erhält den Auftrag, den jahrzehntelangen Gärtner des Tennis-Rasens von Wimbledon zu porträtieren. Beim Interview-Termin kommen sie auf Persönliches zu sprechen und der alte Henry offenbart die tragische Geschichte seiner lebenslangen Liebe, die Cara zu einem Roman verarbeitet. Die Liebesgeschichte folgt dem klassischen Motiv: Tochter aus gutem Hause verliebt sich in einfachen Angestellten. Der 2. Weltkrieg trennt die beiden, sie wähnt ihn tot, heiratet einen anderen. Er weiß darum und hofft jahrzehntelang, dass sie nach Wimbledon zurückkommt. Schließlich erfährt die geliebte Rose durch den publizierten Roman von Henrys Überleben...- Sehr berührende Geschichte.

Buchtipp des Monats Mai 2023

Elsberg, Marc: °C – Celsius

Der neue Thriller von M. Elsberg behandelt ein brisantes Thema, das in naher Zukunft aktuell werden könnte: Geo-Engineering . Ohne Vorwarnung starten riesige chinesische Drohnen in den Himmel und verteilen chemische Substanzen in der Atmosphäre, eine Art "Sonnenschirm" soll die Klimaerwärmung stoppen. Doch bald wollen andere Staaten gleichfalls für sich die besten Bedingungen schaffen, ein tödliches, weltumspannendes Machtspiel beginnt. Mitten drin die UNO-Klimawissenschaftlerin "Fay" Oyetunde-Rabelt, ihr Kindheitsfreund und Milliardär "Manu" Sanusi, der US-Journalist Pat Welzer sowie zahlreiche Politiker. Die Lage auf der Erde spitzt sich immer weiter zu. Die südlichen Länder kämpfen gegen den Norden, das Klima gerät außer Kontrolle. -  Die Kapitel sind kurz, die Schauplätze und Perspektiven wechseln schnell ; insgesamt ein gut recherchiertes, fesselndes Szenario und auch bereits SPIEGELbestseller.


Buchtipp des Monats April 2023

Herzog, Katharina: Das kleine Bücherdorf - Frühlingsfunkeln

Niemand würde vermuten, dass die toughe Shona nicht nur ein Café in Swinton führt und fantasievolle Cupcakes backt, sondern auch einen Blog betreibt, in dem sie nie abgeschickte Briefe veröffentlicht. Einer dieser Briefe ist von ihr selbst. Sie hat ihn an Alfie, ihren verstorbenen Freund, geschrieben, an dessen Tod sie sich schuldig fühlt. Womit sie allerdings nicht gerechnet hätte: Eines Tages bekommt sie eine Antwort darauf, und der unbekannte Schreiber scheint sie besser zu kennen, als ihr lieb ist.
Nathan Wood, Bestsellerautor, hat den Ort vor Jahren verlassen, nach dem Tod seines besten Freundes Alfie. Shona, Nathan und Alfie waren von Kindheit an unzertrennlich, doch irgendwann wurden die Dinge kompliziert – und schmerzhaft. Als Nathan nach einigen wilden Jahren in Edinburgh nun unerwartet nach Swinton zurückkehrt, möchte er Shona endlich seine Gefühle gestehen. Doch dafür müsste er enthüllen, was er damals getan hat …
Die Bücherdorf-Romane von Autorin Katharina Herzog erzählen von romantischen Verwicklungen und sind eine Liebeserklärung an das Lesen.


Buchtipp des Monats März 2023

Krüger, Martin: Wintersterben

Interpol-Ermittlerin Valeria Ravelli muss in einem abgelegenen Bergdorf in den Walliser Alpen im Mordfall des ehemaligen Fremdenlegionärs und BKA-Beamten Thomas Gress ermitteln. Er wurde über einen längeren Zeitraum gefangen gehalten und gefoltert. Angeblich verfolgte er die Spur mehrerer verschwundener Mädchen und Frauen. Doch etwas stimmt nicht mit diesem Dorf, die Einwohner schweigen und sind offenbar abhängig von einem sehr reichen mysteriösen Comte, der auf seinem riesigen Gelände Jagden mit ausgewählten Gästen veranstaltet. Es gibt weitere Tote und Ravelli selbst gerät mehrfach in Lebensgefahr, während ihr neuer Kollege Colin Bain einer parallelen Spur folgt. Valeria kann niemandem trauen und sie ahnt nicht, mit welch grausamem Gegner sie es zu tun hat. Der in Rheinland-Pfalz lebende Autor vermischt  in einer bedrohlichen und düsteren Grundatmosphäre die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Der spannende 2. Band der Valeria Ravelli-Reihe erzeugt etliche Gänsehaut-Momente.


Buchtipp des Monats Februar 2023

Lorentz, Iny: Ritter Constance

 

Im 12. Jahrhundert macht sich von Frankreich aus Raoul, frisch angetrauter Ehemann der jungen Adligen Constanze, mit dem Kreuzfahrerheer auf den Weg nach Jerusalem, während Constanzes Besitz von ruchlosen Nachbarn beansprucht wird. Als sie erfährt, dass ihr Mann im Heiligen Land verschollen ist, will sie ihn retten. Seit frühester Jugend ist sie im Waffenhandwerk geübt und zögert deshalb nicht, sich, als Mann verkleidet, auf den Weg zu machen. In Palästina findet sie im ortskundigen Kreuzritter Michael einen Helfer, der ihren Mut unendlich bewundert und ihr beisteht. Es gelingt ihnen, Raoul aus den Händen eines grausamen Sarazenen-Fürsten zu befreien ... - Leicht lesbar mit spannenden Wendungen!


Buchtipp des Monats Januar 2023

Nesbo, Jo: Blutmond

Die alte Schauspielerin Lucille schuldet der Mafia in L.A. zu viel Geld. Saufkumpan Hole hatte sich gänzlich aufgegeben und kehrt nur ihrethalben nach Oslo zurück: Immobilienmillionär Röed wird beschuldigt, 2 junge Frauen ermordet zu haben, und Harry soll für viel Geld die Wahrheit herausfinden. Zusammen mit seinen alten "Freunden", dem totkranken Psychologen Aune, dem korrupten Polizisten Truls und Drogendealer öystein ermittelt er, immer der Polizei mit seiner alten Chefin Katrine um einiges voraus. Harrys Umfeld, seine Trauer nach Rakels Tod, seine Alkoholsucht, viele komplizierte Beziehungen machen den Plot zusätzlich interessant. Denn was zunächst wie widerwärtige Serienmorde aussieht, stellt sich als perfider Plan eines als Kind sexuell missbrauchten Biologen heraus... Rasanter Pageturner!

Buchtipp des Monats Dezember 2022

Klüpfel/Kobr: Der große Coup des Monsieur Lipaire

Ein Rätsel, das zum Familienschatz einer südfranzösischen Adelsdynastie führt, versteckt im Kanallabyrinth der malerischen Küstenstadt Port Grimaud? Das klingt zu formidable, um wahr zu sein. Gelegenheitsgauner Guillaume Lipaire sieht endlich seine Chance, schnell an viel Geld zu kommen. Er versammelt ein ungewöhnliches Team um sich, das ihm dabei helfen soll, das Rätsel zu lösen: Wassertaxifahrer Karim, Eisverkäuferin Jacqueline, Ex-Fremdenlegionär Paul, Delphine, die den örtlichen Handyladen betreibt, und die 84-jährige Lebedame Lizzy. Zusammen sind sie die Unverbesserlichen von der Côte d’Azur. Dumm nur, dass keiner von ihnen weiß, wie man einen großen Coup aufzieht und ihnen die Adeligen langsam, aber sicher auf die Schliche kommen. Ein turbulentes Katz-und-Maus-Spiel durch den pittoresken Urlaubsort beginnt, bei dem eine Katastrophe die nächste jagt.
Nach dem Allgäu mit Kommissar Kluftinger entführt uns das Bestsellerduo Klüpfel & Kobr an die traumhaft schöne Côte d’Azur.

Buchtipp des Monats November 2022

Hansen, Dörte: Zur See

Seit 300 Jahren lebt Familie Sander auf einer kleinen Nordseeinsel. Hanne Sander, die immer dafür sorgt, dass ihr Haus auf Gäste und Naturkatastrophen vorbereitet ist, ihr ältester Sohn Ryckmer Sander, der als Schiffskapitän das Frieren übt und zu viel trinkt, die Tochter Eske, die vor allem die Touristen und das Verschwinden der Inselkultur fürchtet, und der jüngste Sohn Henrik, verträumt und immerzu barfuß. Ihrer aller Leben verändert sich innerhalb eines Jahres auf drastische Weise. Außerdem sind da noch die anderen Inselbewohnerinnen und Inselbewohner, viele von ihnen kämpfen mit der Einsamkeit. Und auch die Insel selbst ist in Veränderung begriffen ...  Hansen erzählt gewohnt schnörkellos, dicht, atmosphärisch, berührend und mit sehr eindrücklichen Beschreibungen von Natur und Menschen.

Buchtipp des Monats Oktober 2022

Pooley, Claire: Das Wunder von Bahnsteig 5

Eine Beinahe-Katastrophe bringt Kolumnistin Iona, Finanzjongleur Piers, Schülerin Martha, Krankenpfleger Sanjay, Langzeit-Ehemann David und It-Girl Emmie zusammen. Beim Essen im Pendlerzug nach London verschluckt sich der zweifache Familienvater Piers an einer Weintraube und wäre wohl daran erstickt, hätte Krankenpfleger Sanjay nicht die rettende Maßnahme ergriffen. Das Ereignis löst eine Kettenreaktion aus, in deren Mittelpunkt die exzentrische, lesbische Zeitschriftentherapeutin Iona (57) steht. Aus der anonymen Gruppe von sechs Pendler, die anfangs nur ihren täglichen Weg nach London gemeinsam haben, wird eine Schicksalsgemeinschaft, die bald Freud und Leid miteinander teilt. Ganz viel Lebensweisheit und viele verblüffende Überraschungen sind eingebettet in diesen wertvollen Schmöker.


Buchtipp des Monats September 2022

Capus, Alex: Susanna

In New York wird die Brooklyn Bridge eröffnet, Edisons Glühbirnen erleuchten die Stadt. Mittendrin Susanna, eine Malerin aus Basel, die mit ihrer Mutter nach Amerika ausgewandert ist. Während Maschinen die Welt erobern, kämpfen im Westen die Ureinwohner ums Überleben. Falsche Propheten versprechen das Paradies, die Kavallerie steht mit entsicherten Gewehren bereit. Mit ihrem Sohn reist Susanna ins Dakota-Territorium. Sie will zu Sitting Bull, um ihn zu warnen. Ein Portrait, das sie von ihm malt, hängt heute im State Museum North Dakotas. Das ergreifende Abenteuer einer eigenwilligen und wagemutigen Frau, voller Schönheit und Mitgefühl erzählt.


Buchtipp des Monats August 2022

Heiland, Julie: Diana : Königin der Herzen

Am Anfang, 1978, stand hingebungsvolle Liebe, am Ende, 1996, bitterer Krieg, der mit einer Scheidung endet. Dazwischen erzählt Julie Heiland, wie sich Lady Diana Spencer (1961-1997) in den begehrtesten Junggesellen der Welt, Prince Charles Thronfolger des Vereinigten Königreiches, verliebt, wie er um sie wirbt und sie schließlich, unter den Augen von Millionen gerührter Zuschauer, vor den Altar führt. In Vor- und Rückblenden geht es um Dianas Leben in und außerhalb des Rampenlichts, um ihre Komplexe, um die Liebe zu den beiden Söhnen und die Verzweiflung eine Ehe zu retten, die so märchenhaft begann. Im Nachwort lässt die Autorin wissen, dass der Roman, neben den historisch verbürgten Elementen, viele fiktive Ereignisse enthält, die sich so hätten abspielen können. Fiktion hin oder her, Diana entfaltet noch heute  ihre Wirkung als Königin der Herzen.


Buchtipp des Monats Juli 2022

Huber, Christian: Man vergisst nicht, wie man schwimmt

August 1999. Sengende Hitze liegt über Bodenstein, dem Heimatkaff des 15-jährigen Pascal. Es sind die großen Ferien und eigentlich könnte Pascal den Sommer genießen. Den Skatepark. Die Partys der Oberstufler. Das Freibad mit den besten Pommes der Erde. Doch seit er nicht mehr schwimmen kann, mag Pascal den Sommer nicht mehr. Warum das so ist, das kann er nicht erzählen. Ebenso wenig, wieso ihn alle Krüger nennen. Und erst recht nicht, warum er sich unter keinen Umständen verlieben darf. Lieber träumt er vor sich hin und schreibt Geschichten. Dann kracht Jacky in seine Welt. Ein geheimnisvolles Mädchen aus dem Zirkus. Mit roten Haaren, wasserblauen Augen und keiner Angst vor nichts. Zusammen verbringen sie einen flirrenden, letzten Sommertag, der alles für immer verändert...

Buchtipp des Monats Juni 2022

Fontaine, Naomi: Die kleine Schule der großen Hoffnung

Yammie lässt das Stadtleben und ihren Freund Nicolas hinter sich, um im First-Nation-Reservat Uashat in Kanada als Lehrerin zu arbeiten. Ist sie noch eine Innu, wie die indigene Bevölkerung im Norden des Staates Québec genannt wird, oder ist sie durch Erziehung und Studium der französischen Sprache schon "zu weiß" geworden? Kann sie als junge Lehrerin den Heranwachsenden, deren Zukunft von Alkohol und Depressionen überschattet ist, Perspektiven bieten? Nach einem ereignisreichen Jahr sind die Schüler Yammie ans Herz gewachsen. Und sie erkennt, dass nicht nur die Jugendlichen gereift sind, sondern dass auch sie sehr viel von ihnen gelernt hat. Gefühlvoll und authentisch - dieser Roman erzählt vom Leben der kanadischen Ureinwohner, von ihren Sorgen, Ängsten, Sehnsüchten und Hoffnungen.

Buchtipp des Monats Mai 2022

Peters, Katharina: Ufermord : ein Rügen-Krimi

Die Rügener Kriminalkommissarin Romy Beccare wird an das Ufer des Selliner Sees gerufen, weil man eine männliche Leiche entdeckt hat. Der Tierarzt Michael Bautner wurde dort erstochen. Schnell hat man auch einen Verdächtigen: einen abgeschottet lebenden Mann, dessen Hund Bautner angeblich falsch behandelte und der deshalb starb. Doch Romy kommen Zweifel, die Ermittlungen laufen ihr viel zu glatt. Dann wird bei Bauarbeiten in Sellin das Skelett eines seit fast drei Jahrzehnten vermissten Mannes gefunden, der offenbar kurz vor seinem Verschwinden mit Bautner zu tun hatte ... Erneut ein spannender Krimi der bewährten Reihe mit einigen überraschenden Wendungen.


Buchtipp des Monats April 2022

Hoover, Colleen: Für immer ein Teil von dir

Es ist fünf Jahre her, dass Kenna ihre große Liebe Scott bei einem tragischen Unfall verloren hat. Nach einer  Haftstrafe kehrt Kenna in die Stadt zurück, in der ihre kleine Tochter bei Scotts Eltern lebt. Sie sehnt sich danach, eine Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen und weiß doch, dass Scotts Eltern noch immer trauern und ihr nicht vergeben haben. Auch Ledger, Scotts bester Freund, reagiert zunächst schockiert, als er erfährt, wer Kenna ist. Seine Abneigung verwandelt sich jedoch, je näher er Kenna kommt, in Mitgefühl...
Eine von der ersten Seite an fesselnde, mit viel Feingefühl erzählte Geschichte um Trauer, Schuld und Vergebung, die emotional aufwühlt und die man nicht mehr weglegen kann. Hoover versteht es einfach, ihren Liebesgeschichten Tiefgang zu verleihen und überzeugt auch sprachlich.



Buchtipp des Monats März 2022

Gurnah, Abdulrazak: Das verlorene Paradies

Der 1948 in Sansibar, Tansania, geborene Autor erzählt die Geschichte eines 12-jährigen Jungen am Anfang der Kolonialisierung Afrikas durch die Europäer. Bei seinem Onkel, einem gewieften, aber gutmütigen Geschäftsmann, muss der Junge die Schulden seiner Eltern abarbeiten. In der fremden Stadt lernt er eine Welt kennen, die ihm bisher verschlossen war. Afrika im Übergang, an der Schwelle eines Zeitalters, an der die althergebrachte Tradition nicht mehr viel bedeutet. Das alles wird sehr anschaulich, oft poetisch erzählt. 1994 gelang Gurnah mit diesem Roman der Durchbruch als er für den Booker Prize nominiert wurde. Nachdem Gurnah nun mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, liegt der Roman in einer sehr ansprechenden Neuausgabe vor.

 


Buchtipp des Monats Februar 2022

Quinn, Catherine: Drei Witwen

Drei Frauen sind es, die im Mittelpunkt von Catherine Quinns Krimidebüt stehen. Sie alle waren Ehefrauen von Blake, der in der Wüste Utahs tot aufgefunden wurde. Als Anhänger der Kirche der Heiligen der Letzten Tage, einer mormonischen Untergruppe, war Blake die Vielehe erlaubt, weshalb er die gegensätzlichen Frauen Rachel, Emily und Tina ehelichte. Nun berichten die Frauen ihre Sicht auf den Tod von Blake. Langsam schälen sich aus den Perspektiven der "Drei Witwen" die wirklichen Abläufe und Zusammenhänge heraus, die zum grausamen Tod des Mannes in der Wüste geführt haben. In ihrem langsam erzählten Krimi legt Catherine Quinn Schicht um Schicht die Wahrheit hinter dem Tod und der Vielehe von Blake frei. Ihr Roman ist ein faszinierender Einblick in die mormonische Glaubenswelt und deren Riten. Man erhält einen Einblick in eine amerikanische Glaubensrichtung, die uns fremd scheint. Als psychologischer Spannungsroman überzeugend.

 

Buchtipp des Monats Januar 2022

Ebert, Sabine: Die zerbrochene Feder

Ende 1815, Zeit der Restauration: Die junge Witwe Henriette wird nachts aus dem Schlaf gerissen und muss laut Polizeierlass binnen einer Stunde Preußen verlassen. Ihre Schilderungen des Kriegsleides und Herrscherversagens vor, während und nach der Völkerschlacht haben in allerhöchsten Kreisen Missfallen geweckt. Der Oheim Friedrich Gerlach, Verleger und Buchhändler im sächsischen Freiberg, nimmt sie auf. Doch rasch merkt sie, dass sich auch hier die Zeiten geändert haben: verschärfte Zensur, die Rückkehr zum Korsett und der gesellschaftliche Druck, sich wieder zu vermählen, setzen ihr zu. Mit der Rückkehr des wie sie traumatisierten Kriegsfreiwilligen Felix Zeidler trifft sie einen Freund und Vertrauten wieder. Doch erst nach einer drohenden Katastrophe wird ihr klar, dass er ihr mehr als nur ein Freund ist. Sie heiraten, aber die Bedrohung von Verrat und Gefängnis hängt über ihnen ... - Im losen Fortsetzungsband von "1813 - Kriegsfeuer"  und "1815 - Blutfrieden" erzählt Autorin Sabine Ebert über die Liebesbeziehung von Henriette und Felix. Sie fügt beide klug in die Zeit der Restauration, des Biedermeier, ein. Strukturiert und verständlich geschrieben schürt die Autorin kontinuierlich und gekonnt Spannung. Gern empfohlen.

 

Buchtipp des Monats Dezember 2021

Heldt, Dora: Geld oder Lebkuchen

Es ist Advent auf Sylt. Ernst Mannsen hat zwar nichts gegen Weihnachten, aber die Insel ist ihm ohne Touristen zu leer, die Tage sind lang und dunkel. Seine Frau Gudrun freut sich hingegen auf den Weihnachtsmarkt, aufs Schmücken des Hauses und auf die Weihnachtsfeiertage mit der Familie.Als der gelangweilte Ernst erfährt, dass der Filialleiter der Bank mitsamt den Spenden für die bedürftigen Kinder verschwunden ist, ergreift er seine Chance auf Abwechslung: Er wird sich um das Problem kümmern! Und das Geld für die Weihnachtsgeschenke beschaffen. Sozusagen als Robin Hood von Sylt. Mit einigen Komplizen plant er einen großen Coup, der allerdings ganz anders läuft als geplant... Humorvoller Weihnachtskrimi!

 

Buchtipp des Monats November 2021

Faber, Kim/Petersen, Janni: Winterland

Am Tag vor Heiligabend werden bei einem Terroranschlag auf den Kopenhagener Weihnachtsmarkt etliche Menschen getötet, viele verletzt. Signe Kristiansen ermittelt in alle Richtungen: Wer ist für den Anschlag verantwortlich? Verdächtig ist vor allem eine Gruppe radikaler Islamisten, doch als eine Spur nach Sandsted führt, wo ihr ehemaliger Kollege Juncker den Doppelmord an einem mit der Neonaziszene in Verbindung stehenden Ehepaar aufzuklären hat, kommen die beiden Polizist*innen einem ungeheuerlichen Komplott auf die Spur: der Ettel-al-Husseini-Brigade, einer Terrororganisation aus IS-Kämpfern und Neonazis ... - Der 1. Fall für Juncker und Kristiansen aus der Feder des Autor*innenduos war in Dänemark ein großer Erfolg und das aus gutem Grund. Die Handlung ist hoch spannend und topaktuell, sehr empfohlen.

 


Buchtipp des Monats Oktober 2021

Whitakter, Chris: Von Hier bis zum Anfang

Das beschauliche Cape Haven steht Kopf, denn nach 30 Jahren kehrt der verurteilte Mörder Vincent King in das Haus seiner Kindheit zurück. Sein Kumpel, der Polizist Walk, steht weiter an seiner Seite. Doch schon nach kurzer Zeit wird dieser zum Haus von Star Radley gerufen, wo er seinen blutverschmierten Freund antrifft. Hat dieser, nachdem er vor 30 Jahren den Tod von Stars Schwester Sissy verschuldet hat, wieder zugeschlagen? - Mit seinem emotional packenden Roman balanciert C. Whitaker auf dem Grat zwischen Familiensaga und Krimi. Denn obwohl das Buch der Grundanlage nach wie ein Krimi klingt, steht doch das Schicksal der beiden Kinder von Star, Duchess (13) und Robin (5), im Mittelpunkt. Einfühlsam beschreibt Whitaker ihr Schicksal und zeigt, wie Fügung und Zufälle zu den aktuellen Entwicklungen in Cape Haven geführt haben. Spannend und überzeugend erzählt.

 


 

Buchtipp des Monats September 2021

Fennelly, Beth Ann: Das Meer von Mississippi

Dem Süden der USA droht 1927 eine große Flutkatastrophe. Der Prohibitionsagent Ingersoll wird zusammen mit seinem Partner dorthin gesandt, um den Verbleib zweier verschwundener Agenten zu klären. Als er der zupackenden Dixie Clay begegnet, ahnt er nicht, dass sie eine Schwarzbrennerin ist  Als Ingersoll ein verlassenes Baby im Dauerregen Mississippis findet, ist es ausgerechnet Dixie, bei der er das Baby unterbringt. - "Das Meer von Mississippi" ist ein Buch, das bildstark und eindrucksvoll die Atmosphäre dort im Süden der USA heraufbeschwört. Ein echter Überraschungshit - ausdrücklich empfohlen!


Buchtipp des Monats August 2021

Osman, Richard: Der Donnerstagsmordclub

In der Seniorensiedlung Coopers Chase, einem von Englands Luxus-Resorts, treffen sich jeden Donnerstag die Senioren*innen Elizabeth, Ron, Ibrahim und Joyce, um Akten zu bisher ungeklärten Mordfällen zu sichten. Als der Bauunternehmer von Coopers Chase, der zwielichtige Tony Curran, ermordet wird, hat der Donnerstagsmordclub seinen 1. Fall zu lösen. Mit Elizabeth als strategisches Oberhaupt der Gruppe, der jungen Police Constable Donna De Freitas und dem sympathischen DCI Chris Hudson geht die schrullige Gruppe auf Mörderjagd ... -  Der mit englischem Humor ausgestattete Krimi wechselt in Kapiteln zwischen dem aktuellen Geschehen und den Schilderungen aus der Sicht von Joyce, der ehemaligen Krankenschwester, die die Ereignisse in ihrem Tagebuch festhält. Dem Autor ist ein unterhaltsamer Krimi mit sympathischen Charakteren gelungen, die er sicherlich nicht das letzte Mal einen Mordfall aufklären lässt.

Buchtipp des Monats Juli 2021

Johnsrud, Ingar: Der Hirte

Die Tochter der einflussreichen Politikerin Kari Lise Wetre wird vermisst - ein Routinefall für Hauptkommissar Fredrik Beier. Doch kurz darauf wird Beier nach Solro beordert, einem alten Hof vor den Toren Oslos. Fünf Männer wurden auf dem Sitz der christlichen Sekte »Gottes Licht« grausam getötet. Das Gelände des Hofs ist ausgestattet wie ein Hochsicherheitstrakt, und im Keller des Gebäudes stoßen die Ermittler auf ein Labor, das auf erschreckende Experimente hinweist. Von den restlichen Mitgliedern der Sekte fehlt jede Spur, unter ihnen die vermisste Annette Wetre ... Teil 1 einer Trilogie.


Buchtipp des Monats Juni 2021

 

Jefferies, Dinah: Die vermisste Schwester

Ein unterhaltsamer exotischer Familienroman, der auf drei Zeitebenen in Myanmar und Cheltenham spielt. Nach dem Tod ihres Vaters reist die 23-jährige Belle 1936 nach Rangun, wo sie als Sängerin im glamourösen Strandhotel auftritt. Einer alten Zeitungsnotiz entnimmt sie, dass sie eine ältere Schwester, Elvira, hatte, die 1911 als Baby aus dem Garten ihrer Eltern in Rangun entführt wurde. Unterstützt von dem amerikanischen Journalisten Oliver findet sie heraus, dass ihre Mutter damals der Kindstötung verdächtigt wurde und ihre Eltern deshalb nach England flüchteten. Oliver und Belle ermitteln die wahren Schuldigen bis zum spannenden Finale.


Buchtipp des Monats Mai 2021

Safier, David: Miss Merkel - Mord in der Uckermark

Klein-Freudenstadt, 2022. Nach der Pensionierung haben Ex-Kanzlerin Angela Merkel, ihr Gatte Joachim und Mops Putin in der Uckermark ein Refugium gefunden. Sie lernen den unsympathischen Freiherr von Baugenwitz kennen, der kurz darauf in einem von innen verriegelten Schlossverlies tot aufgefunden wird. Mord? Mord! Der Adelige bleibt nicht das einzige Opfer. Verdächtige gibt es eine ganze Reihe. Wer es war, das bekommt die schlaue Frau Dr. Merkel natürlich heraus, mit tatkräftiger Hilfe ihres pfiffigen Gatten und von Personenschützer Mike. Dieser unterhaltsame Krimi könnte sogar der echten Angela Merkel gefallen. Respektvoll gegenüber den Hauptpersonen, oft zum Schmunzeln komisch, mit geziemenden kleinen oder größeren Seitenhieben auf das politische Geschehen in Berlin, spannend und gut formuliert, eine gelungene Mischung aus ernsten und heiteren Momenten. Lesenwert!


Buchtipp des Monats April 2021

Dicker, Joel: Das Geheimnis von Zimmer 622

Eine dunkle Nacht im Dezember, ein Mord im vornehmen Hotel Palace de Verbier in den Schweizer Alpen. Doch der Fall wird nie aufgeklärt. - Einige Jahre später verbringt der bekannte Schriftsteller Joël Dicker seine Ferien im Palace. Während er die charmante Scarlett Leonas kennenlernt und sich mit ihr über die Kunst des Schreibens unterhält, ahnt er nicht, dass sie beide in den ungelösten Mordfall hineingezogen werden. Was geschah damals in Zimmer 622, das es offiziell gar nicht gibt in diesem Hotel ...

Mit der Präzision eines Schweizer Uhrmachers legt Joël Dicker die Spuren zu einer Dreiecksgeschichte aus Machtspielen, Eifersucht und Verrat in den vornehmsten Kreisen der Gesellschaft.


Buchtipp des Monats März 2021

Baldini, Laura: Lehrerin einer neuen Zeit

Vor allem ihre Mutter ist der jungen Maria Montessori (1870-1952) eine unglaubliche Stütze. Unbeirrt ermuntert sie ihre Tochter, trotz aller Widerstände ein Medizinstudium zu beginnen. Maria schließt, sehr zum Missfallen ihrer männlichen Kommilitonen, als Jahrgangsbeste ab. Als sie bemerkt, wie angeblich schwachsinnige Kinder in der Psychiatrie verwahrlosen, setzt sie alles daran, die Kleinen zu fördern. Sie lässt spezielles Spielzeug anfertigen, beschäftigt sich mit den Kindern und erzielt Erfolge, über die die Welt staunt. Bald eilt ihr der Ruf der Ausnahmepädagogin voraus. Privat hat sie weniger Glück. Sie verliebt sich in einen Kollegen, der ihren immer größer werdenden Erfolgen skeptisch gegenübersteht ... -

Die Romanbiografie bringt den Leser*innen eine Ikone ihrer Zeit auf sehr sympathische, interessante und objektive Art nahe.

Buchtipp des Monats Februar 2021

Kepler, Lars: Der Spiegelmann

Der neue Fall für Joona Linna beschert uns ein Wiedersehen mit dem "Hypnotiseur" aus Keplers gleichnamigem Debüt . Er soll dem psychisch schwer angeschlagenen Augenzeugen eines Mordes helfen, sich zu erinnern und so einem Serientäter auf die Spur zu kommen. Mehrere Hypnose-Sitzungen fördern zunächst nur vage Hinweise zutage, bevor ein erneuter Versuch eine unerwartete Wendung bringt. Immer wieder verschwinden junge Frauen und Mädchen und tauchen entweder gar nicht wieder auf oder Jahre später als Leiche. Wo werden sie gefangen gehalten und warum? Joona Linna gibt alles, um die Serie und das Leid der verzweifelten Eltern zu beenden ...

Wie immer bei Kepler spannend, aber nichts für schwache Nerven.


Buchtipp des Monats Januar 2021

Gruber, Andreas: Die Knochennadel

Während einer Versteigerung eines exklusiven Kunstwerks in der Pariser Oper verschwindet Elisabeth, die Freundin des Wiener Privatdetektivs Peter Hogart, spurlos - und mit ihr das Kunstwerk aus dem Mittelalter, die sogenannte Knochennadel, die sie im Auftrag der Versicherung eigentlich dem neuen Besitzer übergeben sollte. Hogart, der seine Freundin wegen eines Kurzurlaubs nach Paris begleitete, muss nun auf eigene Faust ermitteln, zumal Elisabeth der Pariser Polizei als Hauptverdächtige gilt. So stürzt er sich in die fremdartige Welt der Mäzene und Kunstsammler ...

Ein Wiener Privatdetektiv, der signierte LPs von Jazz-Größen sammelt, immer eine Notfallpackung Zigaretten dabei hat sowie seine vorlaute 19-jährige Nichte - da lacht das Herz des Thrillerfans, denn der Charakter des etwas schrägen Protagonisten ist sehr lebendig und durchaus ironisch gezeichnet. Neben der genreüblichen Handlung sind es eben die Figuren, die hier neben Spannung und Dialogwitz den Reiz ausmachen. Fazit: Äußerst unterhaltsam.